Verzicht auf Ladekabel

Automatisierte Aufladung von E-Flotten geht in die Testphase

In einem gemeinsamen Projekt von Energie Steiermark und dem Start-up Easelink werden elektrisch betriebene Fahrzeugflotten automatisiert geladen. Ein Ladekabel wird dabei nicht mehr benötigt.

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„Matrix Charging“ erlaubt eine vier Mal stärkere Aufladung als Systeme, die mit elektromagnetischer Induktion arbeiten

Voraussetzung für die Vereinfachung des Ladevorgangs ist die Technologie „Matrix Charging“, bei der eine Verbindung zwischen Fahrzeugbatterie und einem robusten, auf einem Parkplatz installierten Pad hergestellt wird. Der Fahrer muss dabei nicht mehr tätig werden, denn unterstützt durch die Gravitation verbindet sich der Konnektor vom Fahrzeugunterboden mit dem Pad und startet so den Ladevorgang.

Das Pilotprojekt soll noch im Herbst 2018 starten. „Die Bündelung unseres Know-hows im Netzbereich und der Infrastruktur in Kombination mit der fortschrittlichen Technologie „Matrix Charging“ macht das Vorhaben international zu einem der innovativsten in der Elektromobilität“, betont Energie Steiermark-Vorstandssprecher Christian Purrer. „Diese Entwicklung hat das Potenzial, das bisher bekannte, klassische E-Ladestellen-Netz zu revolutionieren“, meint Vorstandsdirektor Martin Graf.

„Matrix Charging“ wird nach Einzelversuchen an asiatischen und europäischen Standorten nun erstmals im Flotteneinsatz getestet. „Damit setzen wir den nächsten wichtigen Schritt, um ‚Matrix Charging‘ als internationalen Ladestandard für E-Fahrzeuge zu installieren“, erklärt Easelink-Gründer Hermann Stockinger. Schon heute arbeiten bekannte OEM mit Easelink zusammen.

Parkplatz- und infrastrukturseitig wartungsfrei

Die Kooperation von Energie Steiermark und Easelink läuft seit Anfang 2018. Das Forschungs- und Entwicklungslabor „ProLab“ von Easelink befindet sich am Areal des Energie-Dienstleisters in Graz. Dort wird der E-Fuhrpark für den Testbetrieb umgerüstet und die Lade-Pads auf den Parkplätzen montiert. Die Technologie selbst bietet einen hohen Komfort: „Das System ist parkplatz- bzw. infrastrukturseitig wartungsfrei. Es gibt keine komplexe Mechanik und keine bewegten Teile“, so Purrer.

Bei „Matrix Charging“ steht auch die Benutzerfreundlichkeit im Mittelpunkt, der genaue Parkpunkt muss nämlich nicht ganz exakt angesteuert werden. Herzstück der Technologie ist der rüsselförmige Konnektor, der sich vollautomatisiert mit dem im Boden verankerten Lade-Pad verbindet. Beim Ladevorgang selbst werden Leistungen von maximal 50 kW (DC) bzw. 22 kW (AC) erzielt. Im Vergleich zu automatisierten Systemen, die auf elektromagnetischer Induktion beruhen, ist „Matrix Charging“ damit vier Mal stärker.