Dringender Handlungsbedarf

Automobilimporteure fordern Lösung für NoVA

Angesichts der innenpolitischen Ereignisse der vergangenen Wochen appellieren die österreichischen Automobilimporteure an den neuen Bundesminister Eduard Müller, die vorgesehene Anpassung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) noch rechtzeitig zum Abschluss zu bringen.

Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure: „Es droht eine Verdoppelung der NoVA ab 2020“

„Ansonsten droht eine durchschnittliche Verdoppelung der NoVA ab 1. Jänner 2020“, so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure und stellt klar, dass es sich hierbei um eine wohlüberlegte, notwendige und vor allem aufkommensneutrale Adaptierung aufgrund der neuen Rahmenbedingungen handelt. Die drohende massive Steuererhöhung ergibt sich aus der Umstellung auf ein neues Messverfahren (WLTP) zur Ermittlung der offiziellen Verbrauchsangaben von Pkw. Denn dadurch fallen die CO2-Werte auf dem Papier nun um 25 % höher aus, was sich entsprechend auf die NoVA auswirkt, die auf diesen offiziellen Verbrauchsangaben basiert. Bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsregelung, die noch unter dem ehemaligen Finanzminister Hans Jörg Schelling ausgehandelt wurde. Die im Gesetzesentwurf zur Steuerreform 2019/20 vorgesehene Lösung für die Zeit ab 2020 hängt nun aufgrund der politischen Rochaden in der Schwebe. „Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben“, so Günther Kerle in einer Aussendung.

Aufkommensneutrale Anpassung der NoVA-Formel. Die Unsicherheit über diese drohende Steuererhöhung beeinflusst den Markt massiv. Seit der Umstellung auf WLTP im September 2018 ist der österreichische Automobilmarkt regelrecht eingebrochen. In den ersten fünf Monaten 2019 gingen die Pkw-Neuzulassungen in Österreich um knapp sechs Prozent zurück. „Die heimische Automobilbranche ist wesentlich für den Standort und unsere Lebensqualität. Sie erwirtschaftet jährlich 43 Milliarden Euro und ist für 450.000 Arbeitsplätze verantwortlich. Es ist dringend nötig, jetzt verantwortungsvoll zu handeln und eine aufkommensneutrale Anpassung der NoVA-Formel vorzunehmen. Ansonsten droht eine massive Steuererhöhung für die Österreicherinnen und Österreicher sowie eine andauernde negative Entwicklung des heimischen Automobilmarktes“, so Kerle abschließend. (aü)