Coronavirus

Corona-Krise zieht Autozulieferer Hella runter

Die Nachfrage nach automobilen Licht- und Elektroniklösungen von Hella befindet sich im Sinkflug. Ein Grund sind die Störungen der globalen Logistikketten.

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Der Autozulieferer Hella reagiert mit Kurzarbeit auf die Corona-Krise und stellt seine Prognose infrage. Die zunehmende Anzahl von Produktionsstilllegungen der Autobauer zwinge Hella zu diesem Schritt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Auch die vorübergehende Schließung eigener Produktionsstätten stünde notfalls auf dem Plan. Infolge der Pandemie erwarte der Vorstand zudem, dass die Umsatzprognose von 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro im laufenden Bilanzjahr 2019/20 verfehlt wird.

Je nach Verlauf und Dauer der Geschäftseinbußen werde wohl auch die um Restrukturierungsmaßnahmen bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 6,5 bis 7,5 Prozent deutlich unterschritten. In den ersten neuen Monaten hätten sich die Geschäfte des Scheinwerferspezialisten allerdings planmäßig entwickelt. An der Börse wurde Hella ebenso abgestraft wie die andere Autozulieferer: Die Aktie gab um mehr als sechs Prozent nach und markierte mit 21,12 Euro ein Jahrestief.

Trotz des Ausbruchs des Coronavirus habe sich Umsatz und Ergebnis des international aufgestellten Automobilzulieferers in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 den Erwartungen entsprechend entwickelt, berichtet das Unternehmen. So hat sich der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz auf Basis vorläufiger Zahlen um 3,7 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro reduziert (Vorjahr: 5,0 Milliarden Euro). Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) ist auf 347 Millionen Euro gesunken (Vorjahr: 410 Millionen Euro); die bereinigte EBIT-Marge beläuft sich damit auf 7,2 Prozent (Vorjahr: 8,2 Prozent). Demgegenüber hat sich im Neun-Monats-Zeitraum der bereinigte Free Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aber deutlich verbessert und liegt bei 191 Millionen Euro (Vorjahr: 169 Millionen Euro).

Bosch muss Werke schließen 

Auch der Autozulieferer Bosch fährt wegen der Corona-Pandemie in einzelnen Werken in Frankreich, Italien und Spanien die Produktion herunter oder setzt sie vorübergehend aus. Das erklärte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch. Mit Kunden und Arbeitnehmervertretern werde die aktuelle Situation bewertet. “Aktuell können wir die Produktion und unsere Lieferketten weitgehend aufrecht erhalten und den Bedarf der Kunden decken”, ergänzte sie. Inzwischen stellen fast alle Autobauer in Europa die Fahrzeugproduktion vorübergehend ein. Als Gründe führen sie den Nachfragerückgang, fehlende Teile von Zulieferern und den Gesundheitsschutz der eigenen Mitarbeiter an.