Autohandel

Datenbrille ermöglicht Blick ins Autohaus

Diese Zeiten machen erfinderisch. Mittels einer Datenbrille müssen die Kunden jetzt nicht mehr ins Autohaus gehen, sondern können bequem von der Couch aus die gewünschten Fahrzeuge betrachten. Ein weiterer Schritt in Richtung Online-Autohaus.

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Ein Audi-Mitarbeiter demonstriert den Einsatz einer Datenbrille. Außer ihm befindet sich niemand im Autohaus, doch der Kunde erhält trotzdem einen Blick ins Autohaus. 

Restriktivere Hygienemaßnahmen wurden so gut wie in jedem Unternehmen ergriffen, um der Ausbreitung des pandemischen Coronavirus entgegenzutreten. Branchen wie der Autohandel wurden besonders stark getroffen, sie müssen ihre Schauräume geschlossen halten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Nun ist Kurzarbeit bei zahlreichen Händlern das Gebot der Stunde.

Doch es ginge vielleicht auch anders, wie der Autohersteller Audi vorführt - und das geht folgendermaßen: Durch eine "Audi Live Beratung" können Interessierte mit dem Autohaus ihrer Wahl einen Termin vereinbaren, sie erhalten einen Link und vernetzen sich über einen gängigen Browser per Computer, Tablet oder Smartphone mit einem Mitarbeiter, der im Autohaus vor Ort ist. Physische Anwesenheit wäre für den Kunden somit überflüssig. 

© Audi

Gemütlich vor dem Tablet sitzen und sich das gewünschte Fahrzeug durch einen Autohaus-Mitarbeiter präsentieren lassen. Der Einsatz von Datenbrillen soll dieses Szenario Wirklichkeit werden lassen. 

Der Autohaus-Mitarbeiter trägt eine Datenbrille, mit der er Kunden das gewünschte Fahrzeug vor Ort im Audi Zentrum Ingolstadt oder in der Audi City Berlin mitnehmen kann. Besonderheiten der Audi-Modells lassen sich so nach Wunsch digital zeigen. Darüber hinaus erhält der Kunde während des Beratungsgesprächs weitere Informationen wie Leistungsmerkmale oder Ausstattungsoptionen auf sein Display. Parallel dazu kann der Berater Fotos und Videos erstellen und diese dem Kunden direkt zur Verfügung stellen.

„Die Audi Live Beratung bringt Kunden und Handel auch in der digitalen Welt zusammen“, sagt Martin Wallenborn, Leiter Business Development Markt Audi Deutschland. „Diesen Weg wollen wir gerade angesichts der aktuellen Lage noch konsequenter weiterverfolgen.“ Auch im klassischen Vertrieb und Service vor Ort könnte die Datenbrille im Austausch mit den Kunden künftig Anwendung finden. Genutzt werden könnte sie nicht nur im Neu- und Gebrauchtwagengeschäft, sondern auch im Service, etwa bei der Direktannahme von Fahrzeugen.

Ob Kunden von der Live-Übertragung ins Autohaus jedoch ausreichend Gebrauch machen, wird sich erst zeigen, wenn sich die Datenbrille auch in weiteren Autohäusern etablieren kann. Aktuell stellt sie aber eine geeignete Möglichkeit dar, das Geschäft mit den Kunden nicht komplett einstellen zu müssen.