Automärkte

Deutscher Gebrauchtwagenmarkt stagnierte im September

Mit 584.562 Besitzumschreibungen war der September 2021 weder besonders auffällig, noch unauffällig, zeigt eine DAT-Auswertung. Details gibt's hier.

Das Plus von 0,9 Prozent auf dem Gebrauchtwagenmarkt im Vormonatsvergleich zeigt, dass sich der Markt derzeit eher seitwärts als vorwärts bewegt. Vor einem Jahr konnten zwölf Prozent mehr Gebrauchtwagen verkauft werden, dennoch liegt der Gebrauchtwagenmarkt mit seinen 5.149.864 Besitzumschreibungen in etwa auf Vorjahresniveau (-1,8 Prozent).

Gebrauchte als Mangelware

Nach wie vor ein hochaktuelles Thema ist die Knappheit auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Diese beschäftigt die Branche im Allgemeinen und die DAT im Besonderen. Die Marktbeobachtung hätte seit Jahresmitte laut DAT permanent steigende Fahrzeugwerte ergeben. Alle Linien aller Pkw-Segmente weisen nach oben, sodass intern bereits von einer Restwert-Rampe (oder „Reste-Rampe“) und nicht mehr von einem Plateau gesprochen wird. Die hohe Nachfrage und das geringe Angebot gerade an jungen Fahrzeugen zieht das gesamte Wertniveau nach oben. Manche Hersteller oder Importeure hätten derzeit kaum noch Werksdienstwagen oder Ex-Vermieter für ihr Händlernetz, heißt es in der DAT-Aussendung. 

Preise könnten hoch bleiben 

Dadurch, dass generell weniger Volumen eingesteuert wird und auch weniger Kanäle bedient werden, die aus Restwertsicht kritisch sind (Stichwort Autovermieter), können die derzeit hohen Preise vielleicht das neue Normal werden oder zumindest nachhaltig das Wertniveau beeinflussen.Die Langzeitfolgen dieser Situation sind allerdings noch nicht abzusehen. Derzeit sind jedenfalls – so der Tenor aus dem Handel – die Nachlässe geringer, die verfügbaren Neuwagen für kooperierende Leasingplattformen kaum vorhanden, und die Verkaufsfördermaßnahmen deutlich zurückgefahren. Die Folge: Wenn ein Verkäufer ein Absatzziel in seiner Provision hat und er nichts hat, was er verkaufen kann, muss gegengesteuert werden. 

Ob sich die Verbraucher an die höheren Fahrzeugpreise gewöhnen werden, bleibt laut DAT abzusehen. Wenn die derzeitige Halbleiterkrise etwas Positives für die Branche hat, dann vielleicht die Tatsache, dass das Automobil künftig weniger rabattiert sein wird. Sobald die Automobilwerke ihre Produktion wieder auf Vorkrisenniveau hochfahren, könnte sich der Druck jedoch wieder erhöhen.

VIN-Abfrage gewinnt an Bedeutung

Ein vorerst letzter Aspekt der Halbleiterkrise ist die derzeitige Praxis des Automobilbaus. DAT betont, dass in vielen Pkw zuvor verfügbare Ausstattungsmerkmale gar nicht enthalten (weil aktuell nicht verfügbar) sind. Sie werden dennoch gebaut und zugelassen. Das bedeute: Die exakte Identifikation per VIN-Abfrage werde später noch wichtiger, da man künftig nicht mehr hundertprozentig davon ausgehen könne, dass in einem bestimmten Modell immer auch die für dieses Modell spezifischen Merkmale bei der Serien- oder Sonderausstattung enthalten sei, so DAT: