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Gesteigerter Reifenverschleiß durch Retarder bei Lastkraftwagen

Strömungsbremsen gehören mittlerweile zum Usus, doch sie verursachen auch einen höheren Verschleiß der Reifen an der Antriebsachse.

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Sogenannte Retarder ("Verzögerer"), auch als hydrodynamische Retarder bezeichnet, sind aus modernen Lkw nicht mehr wegzudenken.  Die Bremswirkung von Strömungsbremsen beruht darauf, dass die Bewegungsenergie des Antriebsstranges in die Bewegungsenergie einer Flüssigkeit und in einem zweiten Schritt im Wärmeenergie umgewandelt wird. Als Arbeitsmittel kommen Öl oder Wasser beziehungsweise Kühlmittel zum Einsatz. Neben einem Primärretarder, er ist zwischen Motor und Getriebe, also auf der Primärseite des Getriebes, eingebaut, gibt es auch einen Sekundärretarder, der sich zwischen Getriebe und Antriebsachse befindet. Ist die Wirkung des Primärretarders abhängig von der Motordrehzahl, ist die Wirksamkeit des Sekundärretarders geschwindigkeitsabhängig. 

Zum einen erfüllen Retarder die gesetzlichen EU-Vorgaben an Dauerbremsen, zum anderen ermöglichen sie es Lkw-Fuhrparkmanagern, die Effizienz ihrer Fahrzeuge weiter zu steigern: Denn da, wo immer schärferer Wettbewerb stets eine maximale Beladung, hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten und große Laufleistungen erfordert, wachsen die Ansprüche an die Kapazität der Bremsen. Moderne Retarder können heute den weit überwiegenden Teil der Bremsleistung übernehmen, ohne dass Verschleiß entsteht - zumindest an den Bremsen. Denn als Nebeneffekt der Verlagerung der Bremskraftwirkung auf die Antriebsachse ergeben sich immer intensivere Kräfte, die auf die Räder wirken.

Die Folge: Die Reifen dort nutzen sich überdurchschnittlich stark ab. „Ein weiterer Grund dafür, dass ein effizienter Reifenkauf immer wichtiger wird“, sagt Benedikt Wagner, Lkw-Experte von Online-Reifen-Shop Autoreifenonline.at. „Generell lässt sich beobachten, dass die wachsenden Belastungen und die dadurch schnellere Abnutzung der Antriebsachse-Reifen dazu führen, dass mehr und mehr Premium-Reifen auf dieser Achse genutzt werden“, berichtet Wagner. Da Kraftstoff und Reifen die größten variablen Kostenpunkte für den Lkw-Fuhrpark sind, wächst die Bedeutung von guter Performance und Laufleistung. 

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