Druck auf die Branche steigt

Heimischer Kfz-Teilehandel stöhnt unter "Ost-Importen"

War der österreichische Kfz-Teilehandel vor 15 bis 20 Jahren noch großer Profiteur der EU-Osterweiterung, so ist jetzt das Gegenteil der Fall. Denn immer öfter finden Ersatzteile renommierter Hersteller zu niedrigen Preisen ihren Weg in die Alpenrepublik.

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Dem freien Ersatzteilhandel stehen schwierige Zeiten bevor

Warum das so ist, liegt auf der Hand. Händler in Osteuropa erhalten von den Herstellern Produkte zu deutlich niedrigeren Einkaufspreisen aufgrund der geringeren Kaufkraft in den Märkten. Zudem sind die Kosten für Personal und Zustellung noch immer bis zu einem Zehntel günstiger als in Österreich.

Auch die Digitalisierung und die Bestellung von Kfz-Ersatzteilen über das Internet setzen der heimischen Handelslandschaft zu. Daneben wird die zunehmende Marktstärke der E-Fahrzeuge dem Ersatzteilhandel spürbare Einbußen bescheren. Und schließlich sorgen auch die OEM derzeit dafür, den Zugang zu den im Fahrzeug generierten Daten zu erschweren, was erhebliche Nachteile für die freien Kfz-Betriebe und damit auch den freien Ersatzteilmarkt mit sich bringt.

Aus diesem Grund fordern die Vertreter des Fachausschusses Ersatzteile im Bundesgremium Fahrzeughandel eine Liberalisierung des Autoersatzteilemarkts, die Beendigung der Ersatzteil-Vorherrschaft der Hersteller und Änderungen bei der sogenannten Reparaturklausel im Designrecht, die aktuell den freien Markt bei sichtbaren Kfz-Ersatzteilen sichtlich behindert.

All das bringt eine Konzentration auf dem Kfz-Ersatzteilmarkt mit sich. Gerade in Europa stehen die Zeichen aktuell auf Umbruch: Die US-amerikanische LKQ Corporation umfasst bereits Unternehmen wie Euro Car Parts, Sator, Rhiag, Elit, Auto Kelly und Stahlgruber.

Aus diesem Grund braucht es in der Wirtschaftskammer eine starke Vertretung des freien Kfz-Ersatzteilhandels, was derzeit aufgrund interner Querelen aber nicht gegeben ist. Nach den Wirtschaftskammer-Wahlen 2020 wird man wissen, wohin die Reise geht.