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Hiobsbotschaft für Opel: Produktion im Stammwerk wird gedrosselt

Für die Belegschaft in Rüsselsheim steht viel auf dem Spiel: Ein Produktionsrückgang könnte Arbeitsplätze kosten. Die neuesten Hintergründe lesen Sie hier.

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Die französische PSA-Gruppe wird das Produktionsvolumen von Opel in Rüsselsheim noch in diesem Jahr um rund die Hälfte drosseln. Als Grund für die Taktreduzierung im Stammwerk wird intern zunächst der rückläufige Absatz genannt. In diesem Jahr sei nur noch eine Produktion von 68.000 statt 123.000 Autos geplant, berichtete die „Mainzer Allgemeine“ Gewerkschaftsinformationen zufolge. 

2018 waren es noch mehr als 123.000 Wagen, die im Werk in Rüsselsheim vom Band liefen, für 2019 waren nach bisherigen Erkenntnissen 90.000 Fahrzeuge anvisiert. Aktuell arbeiten in dem Produktionswert rund 3000 Menschen im Zwei-Schichtbetrieb. Besser sieht die Lage ebenfalls nicht für das Opel-Entwicklungszentrum aus. Dort sollen 2000 der rund 7000 Arbeitsplätze an einen externen Dienstleister abgegeben werden. 

Im Werk im polnischen Gliwice wurden bereits Einschnitte gemacht. An diesem Standort laufen nach Angaben der Tageszeitung nur mehr etwa 25 statt zuvor 40 Autos pro Stunde vom Band. „Opel passt seine Produktion kontinuierlich an. Wir wollen weitere Verbesserungen der Kapazitätsauslastungen in unseren Werken erreichen - das gilt natürlich auch für Rüsselsheim“, soll ein Opel-Sprecher laut "Reuters" gesagt haben. Öffentlich werde das Unternehmen die internen Pläne jedoch nicht kommentieren.

Gewerkschaft stellt sich quer

Die Belegschaft nimmt die Vorgänge mit Sorge zur Kenntnis, heißt es in Firmenkreisen. Die Angst vor einer Abnahme der Produktivität im Stammwerk in Rüsselsheim sei entsprechend groß. Die Folge könnte der Wegfall von Arbeitsplätzen sein und um die Wettbewerbsfähigkeit scheint es aufgrund der Produktionsdrosselung auch nicht gut beschaffen zu sein. 

PSA-Chef Carlos Tavares betont immer wieder, dass die Standorte nur bei guter Wettbewerbsfähigkeit Aussicht auf neue Modelle und Investitionen haben. Opel gab im letzten Jahr bekannt, dass ein paar Modelle nicht mehr fortgeführt werden, weil sie nicht in die Elektrifizierungsstrategie "PACE!" des Autobauers passen. Damit wurde das Ende für Adam, Karl und Cascada eingeläutet.

Derzeit werden der Insignia und der Zafira in Rüsselsheim zusammengeschraubt. Für den Kombi-Van wird es einen Nachfolger geben, den Zafira Life, der nach Angaben des "Manager-Magazins" im Vauxhall-Werk in Luton (England) gefertigt werden soll und auf einer Plattform des neuen Mutterkonzerns PSA stehen wird. Eine Entscheidung, wo das Fahrzeug letztlich gefertigt wird, soll noch in diesem Jahr verkündet werden. 

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