Dämpfer

Im Kampf gegen Schlaglöcher: Ford setzt auf adaptives Dämpfersystem

Mehr Fahrkomfort auf schlechten Straßen soll ein anpassungsfähiges Dämpfersystem für den Ford Focus gewährleisten. Statt Auto und Fahrer einfach durchschütteln zu lassen, stellt sich das Fahrwerk auf Schlaglöcher ein.

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Ford bietet ein Fahrwerkssystem mit adaptiver elektronischer Dämpferregelung für den Ford Focus 5-Türer mit Multilink-Hinterachse an.

Der Automobilhersteller Ford bietet für den Ford Focus erstmals ein Fahrwerkssystem mit adaptiver elektronischer Dämpferregelung (Continuously Controlled Damping; CCD) an. Optional ist das System für die 5-türigen Limousinen mit Multilink-Hinterachse erhältlich.

Das Dämpfungssystem wertet im Takt von zwei Millisekunden Informationen der Federung, der Lenkung und der Bremse aus. Das Ansprechverhalten der Stoßdämpfer wird dem Fahrbahnzustand angepasst. Laut Ford erkennt das System sogar Schlaglöcher auf der Straße: Überrollt der Reifen die vordere Kante, reagiert der Stoßdämpfer entsprechend und verhindert, dass das Fahrzeug zu tief eintaucht.

An der Hinterachse soll der Vorgang noch besser funktionieren. Der Grund ist, dass das System das Schlagloch bereits registriert hat und die hinteren Stoßdämpfer mittels eines Signals frühzeitiger anpassen kann - entsprechend sanfter fällt der Kontakt mit der Schlaglochkante aus. Optimiert hat Ford das adaptive Fahrwerk auf einer 1,9 Kilometer langen Rüttel- und Holperstrecke auf dem Lommel Proving Ground in Belgien, die mit Schlaglöchern übersät ist.

Nach harten Schlägen durch Schlaglöcher treten häufig Unwuchten in den Rädern, eine verstellte Achssymmetrie und möglicherweise durchgeschlagene Dämpfer auf. Solche Schäden zeigen sich etwa darin, dass der Wagen zu einer Seite zieht, das Lenkrad zittert oder das gesamte Auto vibriert. Treten solche Erscheinungen auf, sollte möglichst bald eine Autowerkstatt aufgesucht werden.

Vor allem im Frühjahr sind auf den Straßen reichlich Schlaglöcher zu finden. Das liegt an ihrer Entstehung. Wenn eine Fahrbahndecke alt und spröde ist oder nachlässig geflickt wurde, dringt Wasser ein. Das Wasser sickert durch bis in das Schotterbett unter dem Asphalt. Im Winter gefriert es dann und dehnt sich aus, wodurch sich die Fahrbahndecke hebt.

Wenn es wieder taut, schmilzt das Wasser und bleibt als Wasserlache direkt unter der Fahrbahn zurück, was für Instabilität sorgt. Schließlich bricht die Fahrbahn unter dem Gewicht der Autos über dem aufgeweichten Untergrund ein. Aus einem anfänglich kleinen Riss wird durch den dichten Verkehr schnell ein kleiner Krater – das bekannte Schlagloch.

https://youtu.be/1cKSDwERViE

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