Bremsen

Längerer Stillstand sorgt für rostige Bremsen

Wenn das eigene Fahrzeug schon länger nicht mehr bewegt wurde, sind korrodierende Bremsen keine Seltenheit.

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Umfangreiche Beschränkungen in den vergangenen Monaten haben das Leben vieler Menschen stark verändert, sie haben aber auch die Fahrzeugnutzung maßgeblich beeinflusst. Der Grund ist simpel: es arbeiten die Menschen bei Möglichkeit von zu Hause aus und lassen das Fahrzeug stehen. 

Das schont die Umwelt, schont es aber auch das Material? Selbst wenn es zu weniger direkter Abnützung am Fahrzeug kommt, lassen sich die Umwelteinflüsse nicht ausschalten. Leider kann ein längerer Stillstand  zu Problemen führen, durch welche die korrekte Funktion der Bremsen beim Fahren beeinträchtigt werden. Gerade dann, wenn die Halter nicht über eine Garage als Abstellmöglichkeit verfügen.  

Stillstand führt zu allmählicher Korrosion 

Allmählich bildet sich Korrosion auf der Oberfläche der Bremsscheiben, wobei dieser Rost allerdings bei normaler Nutzung des Autos einfach durch die Bremswirkung entfernt wird. Wenn das Auto jedoch eine Zeit lang nicht gefahren wird, so vergrößern sich die von der Korrosion betroffenen Bereiche. Korrosion auf der Oberfläche der Bremsen kann Bremsgeräusche verursachen und noch besorgniserregender, den Bremsweg aufgrund der nachlassenden Leistung der Bremsanlage verlängern.

Dies ist aber nicht das einzige Problem. Bei gezogener Handbremse bleiben die Bremsbeläge beziehungsweise die Bremsbacken mit den Bremsscheiben beziehungsweise Trommeln ständig in Kontakt. Die sich dadurch bildende Korrosion kann zum Festkleben dieser Komponenten führen und die Bewegung der Räder bei der nächsten Nutzung des Autos verhindern. Dieses Phänomen wird als Festkleben des Reibmaterials bezeichnet. Wer also geglaubt hat, dass das Material durch bloßen Stillstand geschont wird, der irrt sich.  

Einfache Tipps sorgen dafür, dass dem Festkleben des Reibmaterials vorgebeugt wird. Das funktioniert durch das Vor- und Rückwärtsfahren des Autos über eine kurze Strecke bei gleichzeitigem sanften Bremsen. 

  • Die Bremsen “entfernen” die Oberflächenkorrosion, wenn sie in Kontakt kommen, und verhindern so die Bildung von Korrosion sowie die damit verbundenen Probleme. Dieser Vorgang sollte einmal pro Woche durchgeführt werden.
  • Falls dieser Wartungstipp nicht umgesetzt werden kann, ist besondere Achtsamkeit geboten, sobald das Fahrzeug nach längerem Stillstand zum ersten Mal benutzt wird. Um die Bremsen auf ihre korrekte Funktion zu prüfen, ist das Bremspedal behutsam zu betätigen. Aufgrund der übermäßigen Korrosion sind während der ersten Kilometer Bremsgeräusche (Quietschen, Schleifen, Knirschen) möglich.
  • Sollten diese Geräusche fortdauern, andere Symptome stattgeben (Rubbeln) oder diese noch verschlimmern, kann das dazu führen, dass das Fahrzeug aufgrund blockierter Räder gar nicht bewegt werden kann. Brembo empfiehlt, die Werkstatt des Vertrauens zu kontaktieren, die über die notwendigen Kompetenzen verfügt, das Fahrzeug wieder für den Straßeneinsatz fit zu machen.