Reifen

Michelin will bis 2050 komplett nachhaltig sein

Der Reifenhersteller Michelin plant, bis 2050 Reifen vollständig aus erneuerbaren, recycelten, biologische hergestellten oder anderen nachhaltigen Materialien herzustellen. Dieses Ziel soll durch verstärkte Aktivitäten in Forschung und Entwicklung, Partnerschaften und Start-ups erreicht werden.

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Aktuell werden rund 30 % der Bestandteile von Michelin-Reifen aus natürlichen oder recycelten Rohstoffen gewonnen

Die Nachhaltigkeitsbemühungen sind inspiriert von dem 2017 vorgestellten luftlosen Konzeptreifen „Vision“. Aktuell werden bereits fast 30 % der Bestanteile, die Michelin in der Reifenproduktion einsetzt, aus natürlichen, recycelten oder anderen nachhaltigen Rohstoffen gewonnen. Ein Michelin-Reifen besteht heutzutage aus mehr als 200 Komponenten. Hauptbestandteil ist Naturkautschuk, der durch Komponenten aus synthetischem Kautschuk, Metall, Fasern und Füllstoffen ergänzt wird. Dazu zählen Ruß, Kieselerde und Weichmacher, mit denen die Struktur des Reifens zusätzlich verstärkt wird.

Partnerschaften treiben Technologien voran

Die Innovationskraft des Reifenherstellers ist das Ergebnis intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit, rund 6.000 Mitarbeiter bringen ihr Know-how in weltweit sieben Forschungs- und Entwicklungszentren in 350 Fachgebieten ein. Dieses Engagement führte zu bis dato 10.000 Patentanmeldungen für Design und Herstellung. Daneben geht Michelin kontinuierlich Partnerschaften ein. Die daraus entwickelten Technologien gehen weit über die Reifenindustrie heraus und können auch in anderen Industrien eingesetzt werden. So ist es dank der Kooperationen unter anderem gelungen, Polystyrol zu recyceln und Ruß oder Pyrolyseöl aus Altreifen zu gewinnen. Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit der Unternehmen Axens und IFP Energies Nouvelles im Rahmen des „BioButterfly“-Projekts zur Herstellung von Butadien (Bestandteil von synthetischem Kautschuk) auf Biobasis. Ein weiteres Beispiel ist die 2020 von Michelin gestartete Partnerschaft mit der Firma Pyrowave. In diesem Rahmen wird recyceltes Styrol aus Kunststoffen gewonnen und für die Reifenproduktion verwendet. Styrol ist ein wichtiges Monomer, das nicht nur zur Herstellung von Polystyrol, sondern auch für synthetischen Kautschuk verwendet wird. Interessant ist auch das Verfahren des Start-ups Carbio, das Enzyme nutzt, um PET-Kunststoffabfälle in ihre ursprünglichen Monomere zu spalten. Diese können unendlich oft zurückgewonnen und für die Herstellung neuer PET-Kunststoffe wiederverwendet werden. Einer dieser wiedergewonnenen Kunststoffe ist Polyestergarn, das ebenfalls in der Reifenherstellung zum Einsatz kommt. Darüber hinaus will Michelin gemeinsam mit Enviro den Bau des weltweit ersten Reifenrecyclingwerks realisieren. Enviro entwickelte dazu eine patentierte Technologie, um Ruß, Pyrolyseöl, Stahl, Gas und andere hochwertige Materialien aus Altreifen zu gewinnen.