Praxistipp

Nissens erklärt den Ladeluftkühler-Austausch

Ein Ladeluftkühler ist heutzutage fixer Bestandteil in modernen Diesel-Pkw, sorgt er doch für einen verbesserten Verbrennungsvorgang in Turbolader-Systemen und erhöht dadurch die Motorleistung. Ein Turbolader-Schaden kann oftmals zu einem Ausfall des Ladeluftkühlers führen. In unserem Praxistipp erläutern die Experten von Nissens, wie beim Austausch des Ladeluftkühlers vorgegangen werden sollte.

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© Nissens Automotive

Ölrückstände verstopfen den Ladeluftkühler, was zu einer Fehlfunktion des Ladeluftkühlers führt.

Doch zurück zur ursprünglichen Problemstellung: Falls bei einem Turbolader-Schaden der Austausch desselben nicht gemäß den Installationsvorgaben erfolgt, können Rückstände des Turboladers, das sind vor allem Öl, andere Partikel und abgebrochene Teile, den Ladeluftkühler leicht verstopfen. Diese Verstopfung führt in weiterer Folge zu einem Druckanstieg im gesamten System und kann zum Komplettausfall des Ladeluftkühlers führen. Dieses Problem kann auch dann auftreten, wenn die Leistung eines Turboladers manuell erhöht wird. Dadurch wird der Ladeluftkühler zusätzlich belastet. Bei einem Turbolader-Austausch muss auch der Ladeluftkühler untersucht werden und im Idealfall gleich mitausgetauscht werden. Das soll sicherstellen, dass er frei von Rückständen wie Öl, Metall oder anderen Partikeln ist. Nach der Installation eines neuen Turboladers müssen alle Systemkomponenten gründlich untersucht werden, um sicherzustellen, dass sie nicht durch Öl oder Metallrückstände blockiert werden.

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Ein zu hoher Systemdruck kann zu einer Verformung des Kunststofftanks führen.

Unabhängig von der Ursache für den Ausfall oder den Austausch des Ladeluftkühlers sollte die Ursache für den Schaden immer gründlich untersucht werden, bevor ein neues Gerät installiert wird. Die Peripherieteile (Turbolader, Kurbelgehäuseentlüftung, Abgasrückführung, Lufteintritt in den Turbolader, Abgassystem usw.) müssen in den Fehlersuchprozess integriert werden. Sonst könnte der Fehler erneut auftreten.

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Die Lamellen werden durch Druckausfall zerstört. Dieser Fehler wird oft auf einen Fehler in den Rohren zurückgeführt. Die zu hohe Ölmenge am Ladeluftkühler deutet auf einen Systemdruckausfall hin.

Folgende Maßnahmen sind beim Austausch des Ladeluftkühlers zu beachten:

  • Die Luftführung zwischen Ladeluftkühler und Ansaugkrümmer, um sicherzustellen, dass keine Verunreinigungen/Partikel/Blockierungen/Querschnittsverringerungen entstehen
  • Beschädigte, verklemmte oder verschmutzte Luftleit- und Befestigungsteile reinigen/ersetzen
  • Bei Bedarf alle Luftführungsdichtungen, Kühlmittelanschlüsse (bei wassergekühlten Ladeluftkühlern) ersetzen
  • Darauf achten, dass alle Verbindungselemente dicht sind, keine Leckagen auftreten und keine „Sekundärluft” angesaugt wird
  • Nach der Montage eines neuen Turboladers, Ladeluftkühlers, Rohren und Schläuchen immer ein Dichtheitsprüfgerät zwischen Turbolader und Ansaugung benutzen
  • Den Ladedruck mit einem Manometer oder OBD-Anschluss prüfen