Oliver Wyman-Studie

OEM benötigen Mobilitätsdienste als zweite Umsatzsäule

Die Digitalisierung bringt auch neue Mobilitätsangebote mit sich und die Zielgruppen stellen sich darauf ein. Warum sich Automobilhersteller an Trends wie Carsharing, Fahrdienst-Apps oder autonom fahrenden Taxis orientieren müssen, um nichts ins Hintertreffen zu gelangen, wissen die Branchenbeobachter von Oliver Wyman.

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Die Akzeptanz für autonomes Fahren steigt und damit auch jene für die damit verbundenen Dienste

Gerade die Mobilitätsdienste würden sich mittelfristig als gleichrangige Umsatzsäule neben dem traditionellen Autoverkauf etablieren. OEM müssten rasch auf diesen Zug aufspringen, um nicht aus diesen lukrativen Wachstumsmärkten verdrängt zu werden. Denn die Endkunden fangen bereits an, ihr Mobilitätsverhalten teilweise drastisch umzustellen. In Deutschland etwa interessiert sich bereits jeder Zweite für Mobilitätsdienste rund um das Auto, jeder fünfte nutzt diese schon regelmäßig. „Zwar werden die Autohersteller bis 2030 noch den Großteil ihres Geschäfts mit dem klassischen Fahrzeugverkauf machen“, hält August Joas, Leiter der Automotive Practice von Oliver Wyman, fest. „Dennoch müssen sie jetzt Tempo machen beim Ausbau der Mobilitätsdienste, um ihre Marktposition frühzeitig zu sichern.“

Auto, Wirtschaft und Finanzen, Technologie © Oliver Wyman

Auch die Akzeptanz von autonom fahrenden Autos steigt. So könnten sich 22 % der von Oliver Wyman befragten Deutschen vorstellen, bis 2030 ein autonomes Fahrzeug zu nutzen oder zu besitzen. Durch diese Technologie würden auch einzelne Angebote wie Taxifahrten und Carsharing zusammenwachsen und durch fahrerlose Dienste ersetzt werden. Gerade diesen Markt müssten die Fahrzeughersteller stärker bearbeiten, raten die Analysten. Dazu müssten sie vor allem in Technik und Personal investieren, um ein reibungsloses Funktionieren der Dienste sicherzustellen. Allerdings ist Schnelligkeit das Gebot der Stunde, denn den OEM weht bereits jetzt ein heftiger Wind von globalen Konzernen und Start-ups außerhalb der klassischen Autoindustrie entgegen. „Ein Unternehmen, das in einzelnen Städten flächendeckend präsent ist, muss zwar zunächst hohe Investitionen stemmen. Doch wer zu spät einsteigt, hat kaum Chancen, sich dann noch gegen die Platzhirsche durchzusetzen“, erklärt Jürgen Reiner, Partner im Automotive-Team von Oliver Wyman.