Möglicher Jobabbau

Opel-Werk Wien-Aspern droht nächster Kahlschlag

Im Opel-Motorenwerk im 22. Wiener Gemeindebezirk steht der nächste Jobabbau an. Nachdem bereits im April mitgeteilt wurde, dass 10 % der Belegschaft gehen müssen, sind nun laut einem Zeitungsbericht noch drastischere Maßnahmen geplant.

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Mehr als 600 Arbeitsplätze könnten bis Ende 2019 wegfallen

Die Tageszeitung „Kurier“ schreibt, dass von den derzeit rund 1.240 Stellen bis Ende 2019 nur mehr etwa 600 übrigbleiben dürften. Grund für den personellen Kahlschlag dürfte die Einstellung der Produktion des 5-Gang-Getriebes F17, das unter anderem in den Opel-Modellen Corsa, Astra und Adam zum Einsatz kommt, sein. Zwar soll ab Oktober das „MB6“ (6-Gang-)Getriebe gefertigt werden, damit könne man den Wegfall des F17-Getriebes nicht kompensieren. Zudem, schreibt der „Kurier“, könnte auch die Produktion von Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren auslaufen.

Neben dem personellen Aderlass müssten sich die Beschäftigten auf einen weiteren Gehaltsverzicht einstellen. Als eine Art Gegenleistung für den „MB6“-Auftrag wurden heuer die Gehälter schon einmal um 2 % gekürzt, eine Kürzung in selber Höhe steht für 2019 im Raum.

Von Seiten des Herstellers und der Arbeitnehmervertreter gibt man sich wortkarg. Während die Opel-Konzernmutter PSA „zukünftige Produktionspläne bzw. Geschäftsbeziehungen“ nicht kommentieren will, bestätigte Toni Steinmetz von der Gewerkschaft Pro-Ge zwar den Gehaltsverzicht, aber nicht den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen.

Im Vorjahr liefen in Wien-Aspern 618.000 Getriebe und 436.000 Motoren vom Band. Jeder zweite Opel in Europa fährt mit einem Getriebe und jeder dritte mit einem Motor aus Wien.