Wirtschaft

Reifenhersteller Michelin plant großen Stellenabbau

Der Reifenhersteller steckt wie die gesamte Autoindustrie wegen der Corona-Pandemie in der Krise. In den ersten neun Monaten sanken die Erlöse um 15 Prozent. Mithilfe von Kostensenkungen soll das Betriebsergebnis im abgelaufenen Jahr 1,6 Milliarden Euro erreichen nach drei Milliarden in 2019.

Der französische Reifenhersteller Michelin will in den kommenden drei Jahren 2300 der insgesamt 127.000 Stellen streichen. Entlassungen und Werksschließungen seien allerdings nicht geplant, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Der Jobabbau, der 1100 Stellen in der Verwaltung betreffe und 1200 in den Werken, werde zu 60 Prozent über freiwillige Vorruhestandsregelungen erfolgen. Im Gegenzug wolle Michelin eine Standortgarantie über mehrere Jahre abgeben. „Wir haben dem Betriebsrat einen Zukunftspakt vorgeschlagen“, sagte ein Michelin-Sprecher am Freitag auf Anfrage und bestätigte entsprechende Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Nach Angaben der Zeitung sollen die Verhandlungen im November beginnen, im Frühjahr 2007 soll das Ergebnis stehen. „Der Druck von Wettbewerb und Kunden ist enorm. Wir können nicht länger warten und brauchen einen Zukunftspakt“, zitiert die „FAZ“ den Michelin-Deutschland-Direktor Jürgen Eitel. Der Schritt werde auch zu Personalabbau führen, der aber durch das reguläre Ausscheiden von Mitarbeitern aufgefangen werden könne.

In Karlsruhe war 1931 der erste Produktionsstandort von Michelin in Deutschland entstanden. In der badischen Stadt sind neben der Reifenfertigung auch der Stammsitz der deutschen Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA sowie Vertriebszentrale und Konzernbereiche für Deutschland, Österreich und die Schweiz angesiedelt. Der 127.000 Quadratmeter große Standort bietet rund 1750 Arbeitsplätze, davon 1500 für Michelin-Mitarbeiter. Die Arbeitsplätze verteilen sich je zur Hälfte auf die Produktion und die ebenfalls am Standort Karlsruhe angesiedelten Konzernbereiche, den Vertrieb und die Logistik.