Das Kfz-Zulassungsjahr 2020

„Schlechtestes Autojahr seit 33 Jahren“

Mit einem Rückgang von 24,5 % auf 248.740 Pkw-Neuzulassungen war 2020 das „schlechteste Autojahr seit 33 Jahren“, betonte Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, bei der Präsentation der Kfz-Neuzulassungszahlen für das abgelaufene Jahr.

Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure: Kritik an "permanenten Steuererhöhungen"

Neben der Corona-Pandemie, die Auswirkungen auf das komplette Wirtschaftsleben und damit dem Wohlstand der Bevölkerung hatte und weiterhin hat, nahm er allerdings auch die Politik ins Gebet. „Politische Rahmenbedingungen erschweren unser Leben“, kritisierte Günther Kerle „permanente Steuererhöhungen“ im automobilen Umfeld. Alleine 2020 hat es drei Ökologisierungssprünge gegeben: So wurden am 1. Jänner 2020 die Normverbrauchsabgabe (NoVA) erhöht, am 1. April die Sachbezugsregelungen verschärft und am 1. Oktober die motorbezogene Versicherungssteuer nach oben geschraubt. Auch die im Dezember von der Politik beschlossene erneute Erhöhung der NoVA bei gleichzeitiger Einführung der Normverbrauchsabgabe für leichte Nutzfahrzeuge (Fahrzeuge der Klasse N1) werde die Branche weiterhin belasten, so der Importeurs-Sprecher. Für 2021 ortet er ebenso ein schwieriges Jahr mit maximal 270.000 Pkw-Neuzulassungen. Für Günther Kerle braucht es drei Ansätze, um die Lage in der Automobilwirtschaft zu stabilisieren. Zunächst einmal keine neuen Steuern. Weiters die Ankurbelung des Marktes: „Anreize zu schaffen ist besser als Verbote. Das sollte man ins Stammbuch der ‚grünen Verbotspartei‘ schreiben“, lautete der scharfe Appell in Richtung des kleineren Koalitionspartners in der Bundesregierung. Und schließlich spricht sich Günther Kerle für „mehr Miteinander und weniger Symbolpolitik“ aus.

© Statistik Austria

Für Klaus Edelsbrunner, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel, geht ein „enttäuschendes Jahr 2020 für den Fahrzeughandel zu Ende, auch 2021 wird aufgrund des schlechten Starts und der NoVA-Erhöhung schwierig werden“. Durch den aktuellen Lockdown, der die Geschäfte im Jänner und darüber hinaus lähmen wird, macht sich wenig Optimismus für das 1. Quartal 2021 breit, und für Klaus Edelsbrunner scheinen die prognostizierten 270.000 Einheiten für das Gesamtjahr schon jetzt in weiter Ferne. Ob es für den Autohandel bei den verkauften Einheiten eine gewisse Schmerzgrenze gebe, beantwortete Österreichs oberster Fahrzeughandelsvertreter klar und unmissverständlich: „Der österreichische Autohandel ist auf 300.000 Pkw-Neuzulassungen und doppelt so viele Gebrauchtwagen-Verkäufe pro Jahr ausgelegt. Wir sind stark von Stückzahlen abhängig.“