Liqui Moly

Softwareumstellung belastet Halbjahresbilanz

Die Einführung einer neuen Unternehmenssoftware beim deutschen Schmierstoff- und Additivspezialisten Liqui Moly im Jänner 2019 sollte eigentlich dazu beitragen, Abläufe zu vereinfachen und Kosten zu senken. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

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Liqui Moly-Geschäftsführer Ernst Prost ärgert sich über die massiven Computerprobleme

Zwar ist im ersten Halbjahr 2019 der Umsatz im Jahresvergleich nur leicht um 0,8 % auf 259,6 Millionen Euro gefallen, der Halbjahresertrag entwickelte sich hingegen mit 11 Millionen Euro um rund 30 % rückläufig. „Ich hätte nie gedacht, dass eine Softwareumstellung im Jahr 2019 ein ganzes Unternehmen dermaßen in Schleudern bringen kann“, betont Geschäftsführer Ernst Prost.

Die aktuelle Situation kommt für den ansonsten stets mit guten Bilanzen aufwartenden deutschen Produzenten unerwartet. Aufgrund des allgemein hohen Leistungsniveaus ortet der Geschäftsführer lediglich eine Delle im Gewinn, das Unternehmen sei weit weg von einer existenzbedrohenden Lage. „Blinden Aktionismus in Form von Kurzarbeit oder Stellenabbau wird es bei uns nicht geben. Wir bleiben weiter auf Expansionskurs, wir stellen weiter neue Leute ein, wir investieren weiter in neue Produkte und Märkte“, gibt Ernst Prost die Richtung vor.

Mit der neuen Unternehmenssoftware werden unter anderem der Einkauf gemanagt, die Produktion gesteuert, der Versand abgewickelt und Rechnungen erstellt. „Trotz der Unterstützung durch renommierte Softwarehäuser gelingt es uns noch immer nicht, auf dem Level zu produzieren und zu liefern, den wir erwarten und den unsere Kunden von uns erwarten“, so der Geschäftsführer. „Zu den gewaltigen Kosten für die Softwareumstellung kommen jeden Tag neue für Fehlersuche und Problembeseitigung“, kritisiert Ernst Prost.