Forderung nach Steuerneutralität

Von WLTP profitiert zunächst einmal der Fiskus

Durch den Umstieg des Pkw-Prüfzyklus‘ NEFZ auf WLTP hat sich die Normverbrauchsabgabe (NoVA) mit 1. September 2018 stark erhöht. Wie viel Geld diese Steigerung in die österreichische Staatskasse spült, hat sich der Branchenanalyst Eurotax näher angesehen.

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Die Umwelt freut's, die Staatskasse auch

Einer Modellrechnung zufolge bedeutet die Umstellung auf WLTP einen Anstieg des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes (Ausgangsbasis 2017) von 119 auf 127 g/km. Damit einhergehen eine Erhöhung der NoVA um rund 28 % (Wert steigt von 5,8 auf 7,4 %) und 1.700 (plus von 360) Euro pro neu zugelassenem Fahrzeug. Für die Finanz bedeutet das Mehreinnahmen von 130 Millionen Euro pro Jahr.

„Unsere internationalen Daten zeigen einen durchschnittlichen Anstieg der CO2-Emissionen bei real zugelassenen Fahrzeugen zwischen sechs und sieben Prozent“, so Roland Strilka, Director Insights & Valuation bei Eurotax in Österreich. Würden die derzeitigen NoVA-Regelungen, die sich noch an der Rückrechnung von NEFZ und nicht an WLTP orientieren, nicht angepasst, so drohen noch höhere Abgaben. In einer Modellrechnung steigt die NoVA dann im Durchschnitt auf rund 2.940 Euro pro Fahrzeug bzw. auf einen NoVA-Satz von 12,8 %. Der Unterschied zwischen altem (vor dem 1. September 2018) und aktuellem Zeitraum würde rund 120 % betragen. Bleibt hier alles unverändert, sind das 550 Millionen Euro mehr für die Republik. Aus diesem Grund pochen Branchenvertreter auf die Empfehlungen der EU-Kommission hinsichtlich Steuerneutralität im Zuge der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus.