Autonomes Fahren

Wenn der Motor direkt im Reifen steckt

Ein israelisches Start-up beschäftigt sich mit dem Thema Kostenreduzierung und hat scheinbar eine Lösung gefunden: Die Motorkomponenten werden einfach in den Reifen platziert.

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Nicht nur optisch erinnert die Konstruktion des israelischen Start-ups REE an ein Hoverboard. 

Das israelische Start-up REE zeigt in einem Video den Prototypen eines Elektroautos, bei dem alle Komponenten direkt im Reifen verbaut wurden. Dazu zählen nicht nur Motor, Lenkung, Bremsen und Aufhängung, sondern auch nahezu alle elektronische Komponenten. Auf die Frage, wie das genau funktioniert, wollten die israelischen Gründer vorerst nicht eingehen, am Dienstag demonstrierten sie aber einen ersten funktionsfähigen Prototypen. 

© REE

Die mobile Plattform ähnelt in seiner Optik einem großen Skateboard, das in seiner Funktionsweise modular ausgelegt ist und sich, in Abhängigkeit vom jeweiligen Fahrzeugtypen, individuell anpassen lässt. Darin ist auch die Hochvoltbatterie untergebracht. Ansonsten besteht die Basis des Fahrzeugs lediglich aus der Bodenplatte und den vier Rädern.

Das als "modulares Fahrgestell" bezeichnete Konzept soll das Gewicht der Fahrzeuge um bis zu 33 Prozent reduzieren, was sich wiederum positiv auf die Reichweite auswirken soll. Bei gleichem Volumen soll zudem bis zu 67 Prozent mehr Raum bereitstehen, wodurch kompaktere Bauweisen oder größere Innenräume möglich werden sollen. Zudem seien Kostenersparnisse in Milliardenhöhe möglich, da die Automobilhersteller nur mehr den Raum über der Bodenplatte entwerfen müssten. 

https://youtu.be/b9cPVVK31qQ

© REE

Einschränkungen gibt es derzeit keine, das Konzept sei sowohl bei Sportautos als auch SUVs, Pick-ups oder Transportern anwendbar. Am Projekt beteiligt ist SoftWheel, das Unternehmen entwickelt Reifenfür Rollstühle, die über eine integrierte Federung verfügt. Die REE-Technologie wird laut den Gründern bereits seit sechs Jahren entwickelt. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit zahlreichen Zulieferern und Auto-Herstellern zusammen, unter anderem Mitsubishi, Mushashi, Linamar und NXP.

© REE

Einen Zeithorizont, wann es die ersten Fahrzeuge mit der Technologie geben wird, nannte man noch nicht. Auch Radnabenmotoren konnten sich in der Elektromobilität bei Serienfahrzeugen bislang noch nicht durchsetzen. In den meisten Fällen sind die Motoren zwischen den Achsen verbaut. Doch gerade als Option für kleine, leichtere Elektrofahrzeuge kämen Radnabenmotoren in Frage. 

https://www.youtube.com/watch?v=iko2g1PZza0