ÖAMTC-Kritik

Wenn die Politik Staus "verordnet"

Was Autofahrer in Wien schon öfters am eigenen Leib spüren konnten, wurde nun von quasi "offizieller" Seite bestätigt: Die Bundeshauptstadt macht mit gezielten Aktionen den Autolenkern seit Langem das Leben schwer.

Im deutschen Magazin "Der Spiegel" verriet der von der rot-grünen Stadtregierung gerne zu Rate gezogene Verkehrsexperte Hermann Knoflacher, dass das Verkehrskonzept in Wien seit Jahrzehnten darauf ausgerichtet sei, den Autofahrern die Verwendung des fahrbaren Untersatzes zu vermiesen. Von bewusst erzeugten Staus ist die Rede.

Dieser Umstand ärgert zu Recht viele, zu Wort meldete sich nun unter anderem der ÖAMTC. "Derartige Sichtweisen sind veraltet, darauf machen wir seit Jahren mit der Aktion 'Stau nach Plan' aufmerksam. Wir setzen bei der Verkehrsplanung auf Dialog", erklärt Bernd Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Gegen das Ausspielen einzelner Mobilitätsgruppen wolle man vehement auftreten. "Wir wollen gemeinsam – ohne ideologische Stigmatisierungen – die Mobilität der Stadt neu gestalten", so Wiesinger. Beispiele für das Engagement des Clubs seien ein eigenes Modell der Parkraumbewirtschaftung, das man bereits vor Jahren vorgestellt habe, zudem seien Alternativen zu kürzlich umgesetzten Verkehrslösungen, etwa am Getreidemarkt oder in der Lothringerstraße, erarbeitet worden. "Luftschadstoffe könnten durch einfache Maßnahmen, wie die 'Grüne Welle', deutlich reduziert werden", lautet ein weiterer Vorschlag des ÖAMTC. (ags)