PwC-Studie

Wie Automobilzulieferer auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren können

Der Wandel in der Mobilität bringt auch Herausforderungen für die Automobilzulieferbetriebe mit sich. Wie diese auch in Zukunft bestehen können, wird in der aktuellen Automotive-Studie von PwC näher dargestellt.

Von

Horst Bernegger, Partner und Automotive-Experte bei PwC Österreich

Wesentliche Aussage der Experten: Automotive Zulieferer müssen den Herstellern einen Produktzyklus voraus sein, damit entwickelte Technologielösungen bereits serienreif in die Fahrzeugentwicklung einfließen können, schreiben die Berater von PriceWaterhouseCoopers (PwC). Österreichischen Betrieben sagt die Studie eine erfolgreiche Zukunft voraus: „Die vorherrschende mittelständische Struktur begünstigt kurze Reaktionszeiten sowie Innovationen und Anpassungen des Geschäftsmodells. Nun gilt es, die strategischen Weichen richtig zu stellen“, erklärt PwC-Partner Horst Bernegger.

Vor allem Kooperationen in den Bereichen IT-Software, Infrastruktur, Energie und Kommunikation würden als Treiber fungieren. Für 25 % der befragten Zulieferer ist die Ausweitung des Produktportfolios der häufigste Grund für einen Zusammenarbeit, gefolgt von gemeinsamer Expertise bei Forschung und Entwicklung.

Als Trend Nummer eins weist die Studie die Elektrifzierung aus, dahinter folgt das Innovationstempo. Ein Drittel der Studienteilnehmer fokussiert demnach auf Produkte der neuen Mobilität oder hat Forschung und Entwicklung, Testbetrieb und Prototypenfertigung im Leistungsportfolio. Auch die Bedeutung von Beziehungen zu den (End-)Kunden wird als weiterer wichtiger Trend genannt.

Bilanzen können sich sehen lassen

Generell ist die Branche gut unterwegs. Im Rahmen der Studie gab mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen an, im Jahresdurchschnitt 2017 eine Auslastung von mehr als 90 % gehabt zu haben. Jeder fünfte Betrieb ist um 5 bis 10 %, mehr als die Hälfte sogar um über 10 % gewachsen. 80 % der Studienteilnehmer erwarten auch in Hinkunft relevante Zuwächse.

Als wesentliche Herausforderungen wurden Mangel an qualifiziertem Personal, Druck vonseiten der OEM und Abschwung auf den Wachstumsmärkten genannt. Die Unternehmen wünschen sich vor diesem Hintergrund Verbesserungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Arbeitszeitgesetz, Lohnnebenkosten und neue Mobilitätskonzepte unter Verwendung digitaler Infrastruktur.

Auf Grund der Nähe zu Osteuropa haben die Berater auch einen Vergleich zwischen der österreichischen und der slowakischen Automobilzulieferindustrie gezogen. Beide Länder unterscheiden sich demnach vor allem strukturell. In der Slowakei gehört die Mehrheit der Tier-1-Zuliefer internationalen Konzernen an, während Österreich über eine Vielzahl mittelgroßer Familienunternehmen verfügt. Gerade die österreichischen Firmen hätten sich vielfach mit lokaler F&E-Kompetenz als Spezialisten in ihrem Bereich etabliert, so die PwC-Berater.