Antriebsstrang

Wiener Motorensymposium: Noch wird am Verbrennungsmotor festgehalten

Die Automobilhersteller verfolgen ambitionierte Ziele in Richtung alternativer und elektrifizierter Antriebe, lassen aber vorerst den Verbrennungsmotor nicht außer Acht. Ob dieser allerdings weiterhin Bestand haben wird, werden die Entscheidungen auf politischer Ebene zeigen. Das war der Tenor der Schlusssession des 42. Internationalen Wiener Motorensymposiums.

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Noch gibt es ihn, seine Zukunft über die nächsten 10, 15 Jahre hinaus gilt hingegen schon jetzt als unsicher: der gute, alte Verbrennungsmotor

So würden die neue Mercedes-Benz C- und auch S-Klasse nur mehr mit einem elektrifizierten Antriebsstrang auf den Markt kommen, betont Torsten Eder, Mitglied des Managementboards von Mercedes-Benz Drive Systems. Die Fahrzeuge werden mit der 4. Generation der Plug-in-Hybrid-Systeme des Autobauer ausgestattet, die bis zu 100 km elektrische Reichweite laut WLTP versprechen. Der Nachhaltigkeit hat sich Mercedes-Benz auch in der Fertigung verschrieben: Das neue Werk namens Factory 56 in Sindelfingen soll mit bis zu 25 % weniger Energie auskommen.

Porsche 911 braucht auch in Zukunft „Sprit“

Die Bemühungen in Richtung Elektrifizierung unterstreicht auch Porsche-Chef Oliver Blume: „In den nächsten fünf Jahren wird sich in der Automobilindustrie mehr ändern als in den vergangenen 15 Jahren“, glaubt der Manager. Für den deutschen Autobauer rücken Nachhaltigkeit und Exklusivität sowie neben rein batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen auch E-Fuels in den Fokus: „Die Transformation zur E-Mobilität hat begonnen, 2025 soll der BEV-Anteil der Marke Porsche über 50 Prozent und 2030 bereits über 80 Prozent liegen.“ Die Sportwagen-Ikone Porsche 911 soll aber weiterhin mit einem Verbrennungsmotor ausgerüstet, allerdings mit synthetischem Treibstoff betrieben werden.

Politik könnte dem Verbrennungsmotor den Garaus machen

Ob der Verbrenner über die nächsten 10, 15 Jahre hinaus noch eine Chance hat, wird sich erst weisen: „Das kommt auf die regulatorische Seite sein. Wir wollen bei E-Antrieben führend und zu 100 Prozent elektrisch sein. Dieses Ziel wird allerdings von Region zu Region verschieden sein“, verweist Torsten Eder auf die Politik. „Wir wissen heute noch nicht, wann wir die Produktion von Verbrennungsmotoren einstellen. Ich gehe aber davon aus, dass wir in den 2030er-Jahren von der Politik an der Einführung von Verbrennungsmotoren auf dem Markt gehindert werden könnten“, ergänzt Porsche-Chef Oliver Blume.

Rein auf die Elektrifizierung des Antriebsstranges fokussiert die Continental-Tochter Vitesco, die im vergangenen Jahrzehnt Komponenten für rund eine Million Fahrzeuge ausgeliefert hat. Mit dem 2019 in Serienproduktion gegangenen „integrated axle drive“, mit dem aktuell mehr als zehn Modelle von fünf Marken ausgestattet sind, soll E-Mobilität eine Option für jedermann/-frau werden, hebt Thomas Stierle, Executive Vice President Electrification Technology beim Systemanbieter, hervor. „Wir befinden uns mitten in der Transformation und formen die Mobilität der Zukunft. Diese ist sicher, nachhaltig und bringt auch viel Fahrspaß.“