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ZF fertigt Bremsregelsystem für ID.3 und ID.4

Der Automobilzulieferer konnte sich einen Serienauftrag für die neue Stromer-Generation ID.3 und ID.4 von Volkswagen sichern.

Neben den Modellen ID.3 und ID.4 konnte sich der Automobilzulieferer ZF aus Friedrichshafen auch die global vermarktete MEB-Plattform (Modularer E-Antriebs-Baukasten) des Volkswagen-Konzerns als Zulieferer sichern. Hier wird ebenfalls die neueste Generation des ZF-Bremsregelsystems serienmäßig verbaut. 

Das System erfüllt nicht nur hohe Komfortansprüche und Sicherheitsstandards, es optimiert die Rückgewinnung von Bremsenergie – und erhöht damit die Reichweite von rein elektrischen Fahrzeugen. Der Auftrag für die neue ZF-Bremstechnologie umfasst mehrere Millionen Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns, darunter zunächst die Modelle ID.3 und ID.4.

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Mit einer optimierten Software-Schnittstelle lässt sich das neue Bremssystem von ZF einfacher als zuvor in die Elektronikarchitektur der Fahrzeuge einbinden.Das ZF-System unterstützt dabei auch Fahrerassistenzfunktionen wie die automatische Notbremsung. Zudem ersetzt ZF mit seiner Lösung vormals notwendige mechanische Komponenten durch Softwarefunktionen, was Gewicht und Kosten spart. 

Technisch basiert die ZF-Bremsregelung auf einer Kombination von elektronischem Bremskraftverstärker (EBB) und elektronischer Stabilitätskontrolle (ESC). EBB und ESC decken eine breite Palette von Fahrzeugen ab, von Kleinwagen bis hin zu SUVs und leichten Nutzfahrzeugen.

In Kombination sind die beiden Komponenten Teil einer Bremsarchitektur, die einen elektrischen Bremskraftverstärker für eine verbesserte Bremsbetätigung und die elektronische Stabilitätskontrolle kombiniert. Im aktuellen Kundenprojekt ist das System Teil eines Software-Netzwerks, das in der Stabilitätskontrolleinheit untergebracht ist.

Die Ansprüche wachsen mit der Aufgabe 

Neue Testprotokolle für Funktionen wie die automatische Notbremsung erfordern einen stärkeren Boost, um die Bremskraft noch schneller und dynamischer bereitzustellen. Neben diesen Anforderungen unterstützen die Bremssysteme von ZF auch die einfache Integration einer Vielzahl von automatisierten Funktionen. Das Bremsregelsystem agiert dabei zusammen mit anderen Fahrwerksystemen, um eine präzise Fahrzeugsteuerung zu ermöglichen.

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„Das ZF-Bremssystem kann die intelligente Integration in einem Elektroauto auf unterschiedliche Weise nutzen“, führt Manfred Meyer, Leiter Engineering des Geschäftsfelds Aktive Sicherheit, Bremssysteme & Lenkungssysteme von ZF aus. „So kann zum Beispiel auf eine mechanische Parksperre im Antrieb verzichtet werden. Eine Softwarefunktion sorgt dafür, dass das Fahrzeug im Parkmodus sicher von der elektrischen Parkbremse festgehalten wird. Diese Funktion wird innerhalb des ESC und redundant in der EBB-Einheit gesteuert. Das spart Gewicht und Kosten.“

Mit der Integrated Brake Control (IBC) stellt der Konzern eine eigene Lösung bereit, die alle Funktionen in einer einzigen Komponente vereint. IBC ist eine vakuumunabhängige, integrierte elektrohydraulische Bremsbetätigungssteuerung, die die elektronische Stabilitätskontrolle, den Vakuum-Bremskraftverstärker sowie die Vakuumpumpe mit den dazugehörigen Kabeln, Sensoren, Schaltern und Steuergeräten ersetzen kann. Mit einer einzigen, integrierten Einheit wird vollständiges regeneratives Bremsen ermöglicht und es entfällt die Notwendigkeit für zusätzliche Vakuumpumpen.