Technologien im Fokus : Bosch Österreich investiert Millionen in Wasserstoff und Mobilität der Zukunft
Von Elektrolyse bis Chiplets: Bosch Österreich investiert 200 Mio. Euro in entscheidende Zukunftsthemen
- © Robert Bosch AG/APA-Fotoservice/Bosch Österreich hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Ursache nennt das Unternehmen vor allem einen branchenweiten Nachfragerückgang in einem Mobility-Geschäftsbereich.
Trotz des schwierigen Marktumfelds sieht Bosch die operative Entwicklung weiterhin stabil. Rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2025 in Österreich beschäftigt.
Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung
Bosch investierte 2025 rund 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Das entspricht etwa 18 Prozent des österreichischen Umsatzes. Zusätzlich flossen 19 Millionen Euro in Standorte und Zukunftstechnologien.
Zu den Investitionen zählen unter anderem der Ausbau der Methanol-Infrastruktur am Standort Hallein sowie Wasserstoff-Infrastruktur am Engineering-Center in Linz.
Bosch Österreich arbeitet entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Dazu gehören Elektrolyse-Stacks, wasserstofffähige Industriekessel, Verdichter-Antriebe für Tankstellen sowie Einspritzsysteme für Großmotoren mit alternativen Kraftstoffen wie Methanol.
Fokus auf softwaredefinierte Mobilität
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf softwaredefinierter Mobilität. Bosch entwickelt in Österreich Soft- und Hardwarelösungen für unterschiedliche Antriebsarten sowie vernetzte Mobilitätsanwendungen.
Als strategisches Projekt nennt das Unternehmen sogenannte Chiplets. Dabei werden Rechenaufgaben auf mehrere spezialisierte Chips verteilt. Laut Bosch sollen dadurch Rechenleistung und Flexibilität gesteigert werden.
Unterschiedliche Entwicklung in den Geschäftsbereichen
Im Bereich Mobility zeigte sich 2025 eine unterschiedliche Entwicklung. Während einzelne Geschäftsfelder unter dem Marktumfeld litten, verzeichneten moderne Antriebstechnologien, Fahrzeugsoftware und das Aftermarket-Geschäft Zuwächse.
Auch das Werk Hallein profitierte von einer steigenden Nachfrage nach Einspritzsystemen für Großmotoren, unter anderem für Stromaggregate von Rechenzentren.
Der Bereich Industrial Technology entwickelte sich wieder positiv. Wachstumstreiber waren laut Bosch insbesondere Antriebs- und Energietechnik.
Im Unternehmensbereich Consumer Goods legten vor allem professionelle Elektrowerkzeuge zu. Auch die BSH Hausgeräte GmbH trug zum positiven Ergebnis bei.
Im Bereich Energy and Building Technology erzielte Bosch ebenfalls Wachstum. Das Geschäft mit Industriekesseln aus dem Werk Bischofshofen erreichte laut Unternehmen einen neuen Umsatzrekord.
Volatiles Umfeld auch 2026 erwartet
Für 2026 erwartet Bosch weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld. Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen geopolitische Spannungen und unsichere Energiepreise.
Eine konkrete Umsatzprognose für Österreich wurde nicht abgegeben. Bosch plant jedoch, die Marktposition weiter auszubauen.
Weltweit investierte die Bosch-Gruppe 2025 rund zwölf Milliarden Euro in Forschung, Entwicklung und Sachanlagen. Der Konzernumsatz lag bei 91 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet Bosch ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent sowie eine operative EBIT-Rendite zwischen vier und sechs Prozent.