Streit um Steuergrenze bei Firmenautos : 40.000 Euro sind zu wenig: WK Wien fordert höhere Steuergrenze für Firmenautos
Der Großteil der Neuzulassungen entfällt auf Elektro- und Hybridfahrzeugen.
- © Adobe-StockFirmenfahrzeuge gewinnen in Österreich weiter an Bedeutung. Laut Wirtschaftskammer Wien sind aktuell 68 Prozent aller neu zugelassenen Pkw auf Unternehmen angemeldet. Auch bei Elektro- und Hybridfahrzeugen entfällt ein Großteil der Neuzulassungen auf Firmen.
Vor diesem Hintergrund kritisiert die WK Wien die bestehenden steuerlichen Rahmenbedingungen als nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere die Angemessenheitsgrenze für Firmenautos sei seit mehr als 20 Jahren unverändert.
Veraltete Regelungen und hoher Verwaltungsaufwand
Die Angemessenheitsgrenze liegt seit 2005 bei 40.000 Euro. Aufgrund von Inflation, gestiegenen Sicherheitsanforderungen und technologischem Fortschritt entspricht dieser Wert laut WK Wien nicht mehr dem aktuellen Markt.
Zusätzlich führen unterschiedliche steuerliche Regelungen je nach Antriebsart sowie komplexe Sachbezugsmodelle zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand. Unternehmen müssen sich mit Vorgaben zu CO₂-Grenzwerten, Normverbrauchsabgabe und Dokumentationspflichten auseinandersetzen.
Forderung nach rascher Anpassung
Im Regierungsprogramm ist eine schrittweise Anhebung der Grenze auf 55.000 Euro ab 2027 und auf 65.000 Euro ab 2028 vorgesehen. Die WK Wien fordert jedoch eine sofortige Anpassung auf 65.000 Euro.
Ein Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Bei einem betrieblich genutzten Elektrofahrzeug mit einem Listenpreis von 65.000 Euro steigt der Liquiditätsvorteil im ersten Jahr bei einer Anhebung der Grenze von derzeit rund 12.187 Euro auf etwa 19.803 Euro.
Neben der Anhebung fordert die WK Wien auch eine Vereinfachung der Sachbezugsregelungen, eine Reduktion der Dokumentationspflichten sowie eine einheitliche steuerliche Behandlung der privaten Nutzung von Firmenfahrzeugen.
Bedeutung für Mobilitätswende und Investitionen
Unternehmen gelten als zentrale Treiber der Mobilitätswende. Nach Angaben der WK Wien entfallen mehr als 70 Prozent der Elektro- und Hybrid-Neuzulassungen auf Firmen.
Die aktuellen steuerlichen Regelungen könnten Investitionen in emissionsärmere Fahrzeuge jedoch erschweren. Eine Anpassung der Rahmenbedingungen würde aus Sicht der WK Wien sowohl Betriebe entlasten als auch zusätzliche Investitionsimpulse setzen.