Werkstattzugang : SERMI-Zertifizierung: Warum freie Werkstätten jetzt neue Hürden beim Datenzugang haben
Thomas Marichhofer
- © Klaus MorgensternDer Zugang zu Fahrzeugdaten gewinnt für freie Werkstätten zunehmend an Bedeutung. Mit der Einführung der SERMI-Zertifizierung wurde ein europaweit einheitliches System geschaffen, das den Zugriff auf sicherheits- und diebstahlrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen regelt.
SERMI steht für „Security-Related Vehicle Repair and Maintenance Information“ und dient dazu, den Zugang zu entsprechenden Daten standardisiert und abgesichert zu ermöglichen.
EU-Regelung schafft verbindlichen Rahmen
Die rechtliche Grundlage bildet die EU-Verordnung 2018/858 sowie ein delegierter Rechtsakt der Europäischen Kommission. Ziel ist es, den Zugang zu On-Board-Diagnose-Informationen sowie zu Reparatur- und Wartungsdaten zu vereinheitlichen und gleichzeitig Sicherheitsanforderungen zu berücksichtigen.
Fahrzeughersteller sind verpflichtet, diese Informationen bereitzustellen. Der Zugang erfolgt jedoch nur für zertifizierte Betriebe.
Zertifizierung als Voraussetzung für Werkstätten
In Österreich ist die SERMI-Richtlinie seit 1. April 2024 in Kraft. Werkstätten benötigen eine entsprechende Zertifizierung, um auf sicherheitsrelevante Fahrzeugdaten zugreifen zu können.
Das System soll einen fairen und nichtdiskriminierenden Zugang sicherstellen und gleichzeitig Missbrauch verhindern.
Bedeutung für den Werkstattalltag
Mit zunehmender Digitalisierung und Vernetzung von Fahrzeugen steigt die Relevanz von Datenzugängen für Diagnose, Wartung und Reparatur. Die SERMI-Zertifizierung wird damit zu einer zentralen Voraussetzung für unabhängige Betriebe, um weiterhin alle erforderlichen Arbeiten durchführen zu können.
Sie schafft die Grundlage für den Zugriff auf herstellerspezifische Informationen und sichert damit die Wettbewerbsfähigkeit freier Werkstätten.