Weltrekord

Hypermiling: Spacey fährt und fährt und fährt...bis zum Rekord

Fahren bis die Reifen qualmen - und das auf möglichst effiziente Weise. Dafür steht das "Hypermiling", bei dem ein Fahrzeug solange eine vorgegebene Strecke umrundet, wie nur irgendwie möglich. Nun konnte in Deutschland sogar ein Weltrekord mit einem E-Auto aufgestellt werden.

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Astronaut "Spacey" in Aktion: Bei 100 kWh entnommener Energie schaffte das Tesla Model S 100D in 31 Stunden 1128 km bei einem Durchschnittsverbrauch von 89 Wh/km. 

Ein Team der deutschen Elektroauto-Vermietung NextMove hat mit einem Tesla Model S 100D einen neuen “Hypermiling”-Weltrekord für Serien-Stromer aufgestellt: Auf der Dekra-Teststrecke am Lausitzring im brandenburgischen Klettwitz wurde mit einer Ladung eine Distanz von 1128 Kilometern bewältigt. Der zuvor bekannte Rekord lag bei 1078 Kilometern. Bei der Aktion mit wechselnden Fahrern wurde 31 Stunden mit einer konstanten Geschwindigkeit von 38 Stundenkilometern gefahren. 

Beim Hypermiling kommt man ins Schwitzen

Beim sogenannten Hypermiling steht eine möglichst effiziente Fahrweise im Fokus, und keine realistische, wie in der Fahrpraxis üblich. Um die größtmögliche Reichweite zu erreichen, wurde auf den Einsatz von Klimaanlage, Lüftung, Sitzheizung oder Radio verzichtet; nahe der 30-Grad-Marke eine schweißtreibende Angelegenheit für die Fahrer. Die ersten Kilometer nutzte das Team, um unterschiedliche Geschwindigkeiten und Fahrweisen zu testen und das Tempo für den niedrigsten Verbrauch herauszufinden. Mit 38 Stundenkilometern lag der Verbrauch bei 88 Wattstunden je Kilometer.

Während der 31-stündigen Fahrt wechselten sich fünf Fahrer je nach körperlicher Fitness alle ein bis vier Stunden ab. Die Fahrer setzten zeitweilig den Tesla-Autopilot (Spacey saß am Steuer) ein, um das Fahrzeug zu lenken, übernahmen das Steuer aber die meiste Zeit selbst. Zur Geschwindigkeitskontrolle wurde der Tempomat verwendet.

Spacey machte übrigens während seiner 28-stündigen-Fahrt bei großer Hitze eine Top-Figur. Doch auch der kleine Astronaut musste irgendwann einmal eine Pause einlegen, wie im Video zu sehen ist (siehe unten). Dazu legte er sich einfach auf die Rückbank und machte ein Nickerchen ein. 

"Unser Antrieb für diese anstrengende Aktion waren sportlicher Ehrgeiz und der Wille, die Stärke der Elektromobilität zu demonstrieren“, erklärt Stefan Moeller, Geschäftsführer von NextMove. "Auch wenn Hypermiling-Rekorde für Alltagsfahrten irrelevant sind, so zeigen sie doch eindrucksvoll, was an Reichweite mit Elektroautos möglich ist."

https://youtu.be/chpy0Yz5eNs

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