Fahrzeughandel

Porsche Holding bilanziert positiv

Hans Peter Schuetzinger Porsche Holding Autohandel
© Porsche Holding Salzburg

Zwar führte der Chipmangel zu mehr Nachfrage als abgearbeitet werden konnte, dafür gab es statt Preisschlachten gute Margen für Hersteller und Händler. Heuer wurden 669.500 Neufahrzeuge verkauft, um 2,4 % mehr als noch vor einem Jahr. Der Gebrauchtwagenabsatz belief sich auf 215.400 Kfz (minus 2 %).

Für den Gesamt-Automarkt in Österreich erwartet Porsche Holding-Chef Hans Peter Schützinger das schlechteste Jahr seit 1984. Es werde ein Absatzminus von 3,5, im schlechtesten Fall auch von 4 % geben. Rund 240.000 Neufahrzeuge werden heuer neu zugelassen, wobei der Markt für die Kurzzulassungen ausgetrocknet ist. Rechne man die Ein-Tages-Zulassungen und die massiven Rabattschlachten der Vergangenheit raus, dann ist es „nicht so schlecht gelaufen“. „Es wurde kein Geld vernichtet, sondern vernünftig verkauft“, erklärte Schützinger. Bei der Porsche Holding liege der Auftragsbestand beim zweieinhalbfachen des üblichen.

Problemfall Fachkräftemangel

Weit mehr Bedarf als Angebot gibt es am Arbeitsmarkt. „Wir haben überall Mitarbeitermangel“, so Schützinger. Besonders bemerkbar mache sich das bei IT-Arbeitskräften, die schon an Universitäten im benachbarten Ausland gesucht werden, und auch bei Werkstattpersonal. Als eine der Antworten darauf wurde der Betriebskindergarten bereits einmal ausgebaut, ein dritter Ausbauschritt steht bevor. Derzeit werden 64 Kinder betreut, die Nachfrage sei groß.

Groß war auch die Nachfrage nach dem Topprodukt des Hauses VW, Porsche. Hier verzeichneten die Salzburger mit 1.229 Neuzulassungen das zweitbeste Jahr in der Geschichte. Sehr gut lief es im Coronajahr auch für die VW-Konzernmarken Bentley und Ducati, die ein zweistelliges Plus verzeichneten. Insgesamt gab es heuer bei sämtlichen Konzernmarken in Österreich mit 83.146 Stück einen stabilen Absatz.

Für den Auto-Gesamtmarkt erwartet Schützinger eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erst in zwei bis drei Jahren. Der Marktanteil der reinen Elektrofahrzeuge werde von heuer 14 auf 20 % im nächsten Jahr ansteigen. Heuer trage jedes dritte neu zugelassene E-Auto ein Logo des VW-Konzerns.

Sehr zufrieden zeigte sich Schützinger mit der Porsche Bank. Mittlerweile arbeiten 1.500 der insgesamt 34.100 Mitarbeiter der Holding in dem Finanzinstitut. „Mit einem Bestand von zwei Millionen Verträgen - plus drei Prozent gegenüber 2020 - konnte ein neues All-time-High eingefahren werden. Fast jedes zweite in den Ländern der Porsche Holding Salzburg ausgelieferte Konzernfahrzeug wird damit von der Porsche Bank finanziert. Die Bilanzsumme betrug im Jahr 2021 rund 7,7 Milliarden Euro“, rechnete der Holding-Chef vor. Ein eher unbekannter, wenn auch wachsender Bereich von Österreichs umsatzstärksten Unternehmen ist die Porsche Informatik mit ihren 700 Mitarbeitern in 31 Ländern.

Leiser Optimismus für 2022

Zum Ausblick für das kommende Jahr meinte Schützinger: „Die in den vergangenen zwölf Monaten aufgebauten, hohen Auftragsbestände bilden eine solide wirtschaftliche Basis für den Jahresstart für die Verkaufsorganisation der Porsche Holding Salzburg weltweit.“ Die Erholung des gesamten Marktumfeldes werde aber weiterhin nur sehr langsam vor sich gehen. Für den Pkw-Markt in Österreich im Jahr 2022 erwartet er Auslieferungen deutlich über dem Vorjahreswert. „Wir glauben unter Berücksichtigung der jüngsten internationalen Marktbedingungen, dass der heimische Pkw-Markt ein realistisches Potenzial von bis zu 265.000 Fahrzeugen hat und eine Steigerung von rund 10 Prozent gegenüber Vorjahr möglich ist“, so Schützinger. (APA/red)