Kupplung : ZF erweitert Kupplungsservice für den Nutzfahrzeugsektor

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Das automatische Nutzfahrzeuggetriebe TraXon mit 12 oder 16 Gängen ist das in jungen Fahrzeugen am meisten verbreitete Getriebe für schwere Nutzfahrzeuge auf dem europäischen Markt. Neben großen Marken im Lkw-Bereich verwenden auch viele Bushersteller dieses Getriebesystem. Seit 2014 als Nachfolger des Modells AS-Tronic in Serienproduktion, dürften Fahrzeuge mit diesem Getriebetyp nun zunehmend in freien Nfz-Werkstätten auftauchen. Obwohl durch die automatische Betätigung die Abnutzung der Kupplung deutlich geringer ist als bei früheren handgeschalteten Getrieben, ist auch beim TraXon die Reibkupplung weiterhin ein Verschleißteil. Die Lebensdauer hängt dabei stark vom Nutzungsprofil ab: Im Fernverkehr ist angesichts der vergleichsweise wenigen Anfahr- und Schaltvorgänge eine Laufleistung bis zu einer Million Kilometer möglich. Bei einem Einsatz im schweren Baustellenverkehr kann hingegen schon nach 250.000 Kilometern ein Wechsel nötig sein.

Optimale Ausrückposition automatisch ermittelt

Ein bedeutender Unterschied zum Vorgängermodell AS-Tronic besteht bei der Kupplungsbetätigung. Das TraXon-Getriebe ist immer mit ConAct ausgerüstet, einem konzentrischen pneumatischen Ausrückzylinder, der die herkömmliche Kupplungsbetätigung per Ausrückhebel ersetzt hat. Das System ermittelt automatisch die optimale Ausrückposition; die Fahrzeugelektronik regelt sanft die Betätigung. Das eliminiert die Gefahr einer Kupplungsüberlastung durch den Fahrer.

Optional Predictive-Maintenance-Funktion

Der Kupplungswechsel bei TraXon unterscheidet sich dennoch kaum von dem bei einem herkömmlichen Nfz-Getriebe. Zu beachten ist aber, dass bei jeglichen Arbeiten an Kupplung, an ConAct und beim Ausbau des Getriebes vor der Demontage der Kupplung der pneumatische Druck im ConAct-System über die dafür vorgesehene Entlüftungsschraube abgelassen werden muss. Um Schäden oder Verschleiß frühzeitig zu erkennen und damit ungeplante Werkstattaufenthalte möglichst auszuschließen, gibt es für das Getriebesystem optional eine Predictive-Maintenance-Funktion. Damit haben Flottenbetreiber den Zustand kritischer Einzelkomponenten wie Getriebeöl oder Kupplungsscheiben stets im Blick und können Wartungen vorausschauend planen.

Das senkt Kosten und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer des Getriebes. Doch ZF Aftermarket bietet nicht nur Ersatzteile für die eigenen Getriebe an. ZF ist vielmehr auch der wichtigste Lieferant von Kupplungen für diejenigen Lkw-Hersteller, die ihre Getriebe selbst produzieren. Sogar für Modelle, die in der Erstausrüstung mit einer Kupplung eines anderen Lieferanten ausgestattet wurden, finden sich im ZF-Programm für den Aftermarket Komponenten in Erstausrüster-Qualität. Spätestens zwei Jahre nach Produktionsstart sind diese als Ersatzteile für alle freien Betriebe verfügbar. Ein Beispiel hierfür sind die neuen Kupplungsscheiben mit einem an die neuesten Motorgenerationen angepassten Torsionsdämpfer.