Oliver Wyman-Analyse

Auto-Abos bergen ein gewisses Potenzial

Neue Modelle, Anbieter und Dienstleistungen rund um das Automobil bestimmen derzeit das Geschehen. Es stellt sich die Frage, wie der stationäre Fahrzeughandel damit umgehen soll. Eine Antwort ist noch nicht gefunden. Nun halten die Berater von Oliver Wyman in einer Studie fest, dass ein Anfangsinteresse an Automobil-Abos besteht – verbunden mit einer gewissen Zahlungsbereitschaft im Hochpreissegment.

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Noch ist der Anteil der Interessenten allerdings überschaubar. Jeweils 500 Personen wurden in Deutschland und in den USA befragt: Lediglich 26 % unserer nördlichen Nachbarn und 14 % in den USA äußerten ein grundsätzliches Interesse an dieser Form der Autonutzung. In Deutschland könnten sich 30 % vorstellen, ihr Auto zugunsten eines Abo-Modells abzuschaffen.

„Der Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Doch bei immer mehr Fahrzeughaltern kommt verstärkt der Gedanke auf, lieber monatlich eine Rate für ein Abo zu bezahlen und je nach Tätigkeit ein anderes Modell zu wählen, anstatt pauschal ein Auto zu unterhalten, das den Bedürfnissen der Kunden nicht immer gerecht wird“, betont Oliver Wyman-Partner Joachim Deinlein. Anderes als Carsharing spricht das Abo-Modell eher eine zahlungskräftigere Schicht an: 31 % der Befragten gaben an, eine Monatsrate von 1.000 Euro für akzeptabel zu halten, für 23 % gehen sogar monatliche Aufwendungen von über 1.250 Euro in Ordnung. Der große Block findet sich hingegen am anderen Ende der Zahlungsbereitschaft: 55 % der in Deutschland Befragten sind bereit, maximal 500 Euro pro Monat für ein Auto im Abo-Modell bereitzustellen. Eine gewisse Diskrepanz also, die neue Anbieter und vor allem die Fahrzeughersteller überwinden müssen.