Motoren-Elite zu Gast in Wien

Der Verbrennungsmotor kann sich im Wettstreit der Antriebsarten behaupten

Das 39. Internationale Wiener Motorensymposium hat auch in diesem Jahr wieder namhafte Experten aus Motorenentwicklung und Fahrzeugbau nach Österreich gelockt. In Zeiten, wo der Verbrennungsmotor mit einigem Gegenwind zu kämpfen hat, konnte sich die Branche vor eigenem Publikum wieder einmal aufrichten.

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Experten unter sich: (v.l.) Siegfried Wolf, Hans Peter Lenz, Anders Nielsen, Helmut List und Bernhard Geringer

In den insgesamt 46 Vorträgen wurde vor allem eines ersichtlich: Der Verbrennungsmotor hat seinen Zenit noch lange nicht überschritten und die Elektrifizierung des Antriebsstranges wird im Zusammenspiel mit Innovationen bei der Motorentechnologie selbst zu weiteren Verbesserungen beim Schadstoffausstoß führen. „Die Fülle technologischer Innovationen zeigt die erstaunliche Breite des Spektrums möglicher Lösungsansätze“, lautete die positive Bilanz der Veranstalter Univ.-Prof. Dr. Bernhard Geringer und Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz.

Für die Motorenbauer steht die Senkung der Treibhausgase im Verkehr und Verbesserungen beim Klimaschutz im Mittelpunkt der Bemühungen: „Eine Mammutaufgabe, die sicherlich nur mit Bündelung aller hier erörterten Innovationen und Möglichkeiten bewältigt werden kann“, so Geringer. Der „gute alte“ Verbrennungsmotor hat aber auf jeden Fall Zukunft: „Alternativen holen auf, ‚Platzhirsche‘ geben nicht auf und kontern. Der Wandel in der Automobiltechnik bleibt also weiter sehr spannend.“

Auch bei den rein batterieelektrischen Fahrzeugantrieben ist nicht alles eitel Wonne, ebenso beim Verbrennungsmotor, wie „Motorenpapst“ Lenz konstatierte: „Beide Systeme weisen Vor- und Nachteile auf.“ Bei der E-Mobilität seien dies die Kosten für die Infrastrukturbereitstellung (Ladestellen) und die Frage der Stromgewinnung aus rein regenerativen Quellen, die nicht überall umfassend gewährleistet ist.

Im Zuge der Dieselaffäre und an die Adresse von verunsicherten Fahrern/potenziellen Käufern gerichtet ist die Botschaft, dass nunmehr extrem NOx-arme Dieselmotoren erhältlich seien. Der Technologiekonzern Bosch hat dazu eine tiefgehende Untersuchung am Luftgüte-Hotspot Stuttgart Neckartor durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass mit einer zwar sehr aufwändigen, aber wirksamen Abgasnachbehandlung fast keine schädlichen Emissionen mehr den Auspuff verlassen. Man spreche hier laut Geringer von „Zero Impact Emissions“, der saubere Diesel sei damit Realität.

Aber nicht nur rein batterieelektrische, sondern auch Brennstoffzellen-Fahrzeuge werden die Antriebsvielfalt in Zukunft deutlich erhöhen. Das führe zu maßgeschneiderten Antriebsarten je nach Kundennutzungsprofil.