EY-Analyse

EU-Automarkt steht weiterhin unter Druck

Nach wie vor sehr angespannt präsentiert sich Lage auf dem EU-Neuwagenmarkt. Nachdem im Jänner die Neuzulassungen um 24 % unter dem Vorjahreszeitraum lagen, gab es auch im Februar einen Rückgang um 19 %.

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Gerhard Schwartz, Leiter des Bereichs Industrial Products bei EY Österreich

Teils herbe Einbußen verzeichneten vor allem die größeren Märkte. In Spanien schrumpfte der Markt im Februar um 38 %, in Frankreich um 21 %, in Deutschland um 19 % und in Italien um 12 %. Relativ gering fiel der Rückgang in Österreich mit unter 6 % aus. Im ehemaligen EU-Land Großbritannien wurde ein Minus von 36 % verzeichnet.

„Die Pandemie bestimmt nach wie vor die Lage auf dem Neuwagenmarkt“, erläutert Gerhard Schwartz, Leiter des Bereichs Industrial Products bei EY Österreich, und ergänzt: „Die Schließung der Showrooms in vielen Ländern, die erheblichen konjunkturellen Unsicherheiten, steigende Arbeitslosenzahlen – all das belastet den Markt massiv und nachhaltig.“ Entspannung sei nicht in Sicht, vielmehr könnten neue Lockdowns erneut zu Absatzeinbußen führen. Das hat naturgemäß Auswirkungen auf den Handel, in dem sich der Konsolidierungsdruck weiter erhöhe: „Der Autohandel befindet sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der durch die Pandemie nochmals stark beschleunigt wurde.“

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Auch die im Vorjahr stark boomenden Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antriebsstrang haben Anfang 2021 einen kleinen Dämpfer erlitten. In den Top-5-Märkten Westeuropas (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien) lag der gemeinsame Marktanteil von E-Autos oder Plug-In-Hybriden bei 13,0 %. Im Dezember 2020 lag dieser Anteil noch bei 19,9 %. Auf Jahressicht verzeichneten die BEV und PHEV im Februar aber einen Zuwachs von 85 %. Im gleichen Zeitraum mussten Benziner und Diesel Rückgänge von 39 bzw. 41 % hinnehmen. Der kombinierte Marktanteil der traditionellen Verbrenner schrumpfte somit von knapp 83 auf 64 %.