Statement von Arnd Franz zur Europäischen Automobilindustrie : Wie technologieoffene CO₂-Ziele für Mahle aussehen müssen

Arnd Franz, Vorsitzender der Konzern-Geschäftsführung und CEO von MAHLE

Arnd Franz, Vorsitzender der Konzern-Geschäftsführung und CEO von MAHLE

- © Wolfram Scheible

"Die angekündigte beschleunigte Überprüfung der CO₂-Flottenziele für 2035 ist ein positives Signal und wichtig für die Entscheidungen der Unternehmen zu ihrer künftigen technologischen Ausrichtung", hält Mahle-CEO Arnd Franz in einem kürzlich veröffentlichten Statement fest. Dass die EU-Kommission im Strategiedialog Technologieoffenheit zum Kernprinzip dieser Überarbeitung erklärt hat, sei ermutigend. 

Einen Kritikpunkt hat Franz jedoch: Der vorgestellte Aktionsplan enthalte kein klares Bekenntnis zu diesem entscheidenden Punkt. "Jetzt muss die EU-Kommission konkret darlegen, wie CO₂-Vorgaben technologieoffen ausgestaltet werden können. Wir brauchen Technologievielfalt, die batterieelektrische wie auch Hybrid-Fahrzeuge mit erneuerbaren Kraftstoffen einschließt, wenn wir CO2-Emissionen schnell reduzieren und Hunderttausende von Arbeitsplätzen in Europa sichern wollen", so der CEO.

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Tiefgreifende Reformen gefordert

Die geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage, etwa Vorgaben für Firmenflotten oder Herkunftsregeln für europäische Komponenten, können aus Sicht von Arnd Franz zwar teilweise kurzfristige Entlastung bieten, würden aber von den eigentlichen Herausforderungen ablenken. "Unsere Wettbewerbsfähigkeit lässt sich langfristig nur durch tiefgreifende Reformen bei Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten sowie einer strategischen Rohstoff- und Handelspolitik sichern."

Mahle begrüße, dass die Kommissions-Präsidentin bereits eine Fortsetzung des Dialogs im Juni angekündigt hat. Die EU brauche eine echte Kurskorrektur mit dem klaren Ziel, Europa als wettbewerbsfähigen und innovativen Industriestandort zu stärken. "Sonst gefährden wir langfristig die industrielle Basis. Die Verhandlungen der nächsten Monate werden entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie", schließt Franz.