Technologieoffenheit

Autofahrerclub sieht Verbrennungsmotor nach Termin bei Kurz gerettet

Nach einem Termin bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag erklärte der ÖAMTC, Kurz habe bekräftigt, dass ein Verbot des Verbrennermotors nicht zur Diskussion stehe.

Der ÖAMTC hat sich gemeinsam mit weiteren Interessensvertretern für den Verbrennungsmotor stark gemacht. Nach einem Termin bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag erklärte der Automobilclub, Kurz habe bekräftigt, dass ein Verbot des Verbrennermotors nicht zur Diskussion stehe. Aus dem Kanzleramt selbst hieß es zur Nachrichtenagentur APA, das Ziel seien "Elektromobilität ohne Atomstrom und Motoren mit synthetischen CO2-neutralen Treibstoffen". "Wir stehen für die ambitionierten Klimaziele der EU. Am Weg zur Klimaneutralität ist nicht der Motor ist entscheidend, sondern der Treibstoff", erklärte das Bundeskanzleramt nach dem Treffen. Ähnlich hatte sich Vorfeld der ÖAMTC geäußert.

Bundeskanzler tritt für Technologieoffenheit ein 

Der ÖAMTC freute sich nach dem Termin über den "offenen und konstruktiven Austausch". Kurz habe bekräftigt, "dass er für eine Technologieoffenheit eintritt und ein Verbot des Verbrennermotors weder im Regierungsprogramm noch auf europäischer Ebene zur Diskussion steht", so ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold. Der Termin bei Kurz von ÖAMTC und Co. hing mit einem offenen Brief der Interessensvertreter von Ende März zusammen. Darin forderten sie Kurz auf, "dem von Klimaministerin Leonore Gewessler auf EU-Ebene forcierten Zulassungsverbot für Verbrennungsmotoren entschieden entgegenzutreten".

Unterstützt wird der ÖAMTC unter anderem von den Frächtern, den Automobilimporteuren und Zulieferern wie Bosch, Magna, AVL oder Miba. Auch Investor Siegfried Wolf und KTM-Chef Stefan Pierer setzen sich für den Fortbestand des Verbrennungsmotors ein. Österreich galt in der Vergangenheit führend bei der Entwicklung von Dieselmotoren.

Die heimische Zulieferindustrie ist stark von den deutschen Autoherstellern abhängig. Der deutsche Volkswagen-Konzern hat bereits angekündigt bei seiner Hauptmarke VW so wie bei Audi keine neuen Verbrennungsmotoren mehr zu entwickeln. Deutschlands Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte heuer im März ein Ende des fossilen Verbrenners bis 2035 in Aussicht gestellt. Laut dem deutschen Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer haben auch Autoländer wie Japan, Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Kanada bereits Enddaten zwischen 2030 und 2040 für die Verbrennertechnologie festgelegt.